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Verband für Gedenkkultur für hitzebedingten Aktivitätsstopp in Bestattungswäldern

 

In weiten Teilen Deutschlands gilt bereits seit Wochen die höchste Waldbrandwarnstufe. Und ein Ende der seit dem Frühjahr anhaltenden extremen Trockenperiode ist weiterhin nicht in Sicht. Zwar sorgen Hitzegewitter regional für eine vorübergehende Abkühlung, doch können sie keineswegs die akute Brandgefahr in vielen Waldgebieten nachhaltig bannen. In den allgemeinen Warnhinweisen zur Brandprävention bleibt oftmals eine Gruppe von Waldnutzern unbeachtet: die Betreiber und Besucher von Bestattungswäldern. Gerade in den Sommermonaten haben zahlreiche Betreiber Events in ihren Urnenwäldern angesetzt, wodurch der Besucherdruck in diesen Gebieten stark zunimmt. Allein im August sind bundesweit mehr als 200 Veranstaltungen geplant. Aus diesem Grund spricht sich der Verband für Gedenkkultur (VfG) zum Schutz der Forste für eine vorübergehende Einstellung der Aktivitäten in Bestattungswäldern aus. Solange die Kombination aus hochsommerlichen Temperaturen und geringsten Niederschlagmengen anhält, sollten sowohl Bestattungsaktivitäten als auch Führungen in den Anlagen ausgesetzt werden.

 

Es sind gleich zwei erhöhte Gefahren, die der Betrieb bzw. der Besuch dieser Bestattungsstätten in der gegenwärtigen Situation mit sich bringt. Am offenkundigsten ist – auch wenn es zumeist unvorsätzlich geschieht – das Auslösen von Waldbränden. Hier beginnen die Risiken bereits bei der Anreise mit dem Auto. Heiße Abgase aus den Auspuffanlagen können leicht die völlig verdorrten Pflanzen in den Forsten entzünden. Genauso gefährlich ist das Hinterlassen von Gegenständen aller Art an den Beisetzungsstellen. Eine ganze Reihe von Materialien wie Glas oder Kunststoffe können bei direkter Sonneneinstrahlung einen Brennglaseffekt hervorrufen. Auch andere Devotionalien wie Kerzen oder Grabschmuck können wie ein Brandbeschleuniger wirken.

 

Die in der Öffentlichkeit weitaus weniger bekannte aber nicht minder akute Gefahr ist der sogenannte Sommerbruch oder Grünastbruch. Gemeint ist damit das plötzliche Abbrechen von Starkästen. Das Phänomen tritt plötzlich und unvorhersehbar auf. Hervorgerufen wird es durch die unzureichende Wasserversorgung der Seitenäste. Dies führt zu einem verringerten Zelldruck in den Ästen, infolge dessen es zu einer verminderten Spannung innerhalb des Holzes kommt. So können völlig gesunde und belaubte Äste unvermittelt herabstürzen. Selbst mithilfe regelmäßiger Baumkontrollen kann der Grünastbruch nicht vermieden werden. Vor diesem Hintergrund birgen die zahlreichen Veranstaltung in den Urnenwäldern ein unnötig hohes Risiko für die Teilnehmer sowie die Natur.

 

Das Gefahrenpotenzial der derzeitigen extremen Wetterlage kann durchaus mit der heftiger Stürme vergleichen werden. Drohen solche Unwetter, dann sind Waldsperrungen seit langer Zeit eine probate Schutzmaßnahme und sollten daher auch in der aktuellen Situation in Erwägung gezogen werden.

 

Angesichts dieser Gefahrenquellen, die nicht nur das Wohl Einzelner bedrohen (Grünastbruch), sondern für ganze Regionen verheerende Folgen haben können (großflächige Waldbrände), empfiehlt der VfG einen vorübergehenden Verzicht von Beisetzungen und Begehungen in Bestattungswäldern.

 


Zum Verband für Gedenkkultur (VfG)

Im Verband für Gedenkkultur engagieren sich Berufsgruppen und ambitionierte Bürger, die sich für die gesellschaftliche Rückbesinnung auf die traditionelle Bestattungskultur ohne die Verbrennung Verstorbener sowie für den Erhalt und die Zukunft der 32 000 gewachsenen Friedhöfe in Deutschland einsetzen. Zu ihnen gehören Gewerke, die ihren Tätigkeitsschwerpunkt auf dem Friedhof haben, darunter Steinmetzen, Bronzegießer und Friedhofsgärtner, aber auch Landschaftsarchitekten, Maschinenhersteller, Journalisten. Gemeinsam sucht man den Schulterschluss zu Kommunen, Kirchen, Bestattern, Floristen, Sargherstellern, Hospiz-Vereinen, Selbsthilfegruppen von Hinterbliebenen, Naturschützern, regionalen Traditions- und Geschichtsvereinen oder Ortschronisten. Der VfG ist auch Initiator und Träger der 2015 erfolgten Bewerbung, die Friedhofskultur in Deutschland in die UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufzunehmen. Seinen Sitz hat der Verband in Darmstadt.

 

Darmstadt, den 15. August 2018


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